Stadt der Zukunft

„Die Entwicklung unserer Städte zu ‚Städten der Zukunft‘ zählt zu unseren wichtigsten Zukunftsprojekten. Sie dürfen sich nicht politischen und wirtschaftlichen Einzelinteressen oder dem technologisch Machbaren unterordnen. Deshalb sollten professionelle, anerkannte Methoden und Instrumente genutzt werden, um sie langfristig lebenswert und prosperierend gestalten zu können. Ausgangspunkt bilden eine attraktive Vision und starke Identität. Entwickelt werden sie partizipativ und kooperativ, um vorhandenes Wissen und Fähigkeiten freizusetzen sowie Akzeptanz, Identifikation und Engagement zu stärken.“ (Christine Riedmann-Streitz)

Die Stadt der Zukunft wird oft verkürzt Smart City genannt. Das birgt die Gefahr, den Grad der Smartness einer Stadt mit dem Grad ihrer Digitalisierung gleichzusetzen. Doch es gibt keine Stadt ohne die dort ansässigen Bürger und Wirtschaft. Eine Stadt ist ein verdichteter Kultur- und Wirtschaftsraum. Der Bürger und die Qualität von Leben und Arbeiten müssen im Zentrum des Denkens und Handelns stehen. Das Problem des Primats der Technologie über den Menschen zeigt sich bereits in Smart City-Konzepten beispielsweise von Sidewalk Labs für einen Stadtbezirk in Toronto. Es wäre eine Verkehrung des Wesens der Stadt, wenn Bürger überwacht, von Technologien „abgehängt“ oder Technologie zum Selbstzweck oder Nutzen einiger Weniger eingesetzt würde. Das gleiche gilt, wenn Partizipation nur digital gedacht wird. Denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns durch unsere Avatare in der City vertreten lassen, findet Leben und Arbeiten in der Stadt analog und digital, in der realen und vituellen Welt statt. Die mannigfaltigen Vorteile digitaler Technologien sollten deshalb gezielt eingesetzt werden, um Bürger und Wirtschaft zu befähigen und zu unterstützen, Leben und Arbeiten zu verbessern und eine hohe Lebens- und Arbeitsqualität zu schaffen, die allen nutzt: der prosperierenden Stadt, ihren zufriedenen Bürgern und der florierenden Wirtschaft.

 

Vortrag „Breite Akzeptanz erreichen – Erfolgsfaktoren wirkungsvoller Partizipation“ auf dem Kongress des Hessischen Ministerium für Digitaliserung „Digitale Städte – Digitale Regionen: Kommunen smart entwickeln“, 8. September 2021

Vortrag und Workshop „Smart Island“ im Rahmen des FORWARD projects, Universidade da Madeira, Madeira, 26./27. Oktober 2021

Aus diesem Grund bevorzugen wir den Begriff Humane Hybrid City: Humane steht für das Citizen Centered Design, die fördernden Rahmenbedingungen für Citizen Engagement und den gezielten Einsatz digitaler Technologien zum Nutzen des Menschen. Hybrid steht für die intelligente Vernetzung der analogen und digitalen Welt mit nahtlosen Schnittstellen. City steht für eine vitale Urban Community, in der Bürger und Wirtschaft motiviert sind, aktiv zum Gemeinwohl beizutragen, weil sie sich als Teil der Community fühlen und so von der Stadt behandelt werden. In dieser Kollaboration auf Augenhöhe entsteht eine Collective Intelligence für die Gestaltung der Stadt der Zukunft mit hoher Lebens- und Arbeitsqualität, die sich stetig weiter entwickelt und von der alle profitieren. Dazu gehören auch Energie-, Health-, Mobilitäts- und Umweltkonzepte.

Die Transformation zur Smart City beginnt im Kopf – mit einer Vision“ – Blog von Christine Riedmann-Streitz (veröffentlicht auf Ströer Blog)

Wie sieht sie aus, unsere „Stadt der Zukunft“, die wir uns wünschen? Wie lebt und arbeitet es sich in ihr? Den meisten Städten fehlt heute noch eine tragfähige und professionell erarbeitete Vision. Sie ist ein notwendiges Instrument erfolgreicher Transformation und wird stadtspezifisch erarbeitet. Komplexe Systeme wie eine Stadt lassen sich nicht über Einzelziele, Digitalisierungstrategien oder Aktionspläne führen. Und wenn das Wohin (Vision) nicht klar gedacht und formuliert und attraktiv genug ist, wie soll dann der Weg dorthin gelingen? Wir unterstützen Verantwortliche und ihre Teams u.a. darin, tragfähige Zukunftsbilder (Vision) zu entwickeln, daraus Strategien (z.B. Digitalisierungsstrategie) abzuleiten oder Konzepte beispielsweise zur Partizipation und Einbindung der Stakeholder zu erarbeiten sowie bei den notwendigen internen Veränderungsprozessen (wie Überwindung der Silo-Denke, agiles Arbeiten).

Digitale Partizipation alleine macht eine Stadt nicht zur Smart City“ – Blog von Christine Riedmann-Streitz (veröffentlicht auf Ströer Blog)

Eine lebenswerte und wirtschaftlich properierende „Stadt der Zukunft“ entsteht nicht ohne professionelle Einbindung der Stakeholder. Unsere Unterstützung beispielsweise bei Projekten der Bürgerbeteiligung umfasst u.a.:

 

  • Zielfindung und Zieldefinition
  • Entwicklung der Strategie und von Beteiligungskonzepten
  • Entwicklung der Kernbotschaften zum „Projekt Bürgerbeteiligung“ und der „Story“
  • Synchronisierung (Bündelung) und ggf. Priorisierung bereits existierender analoger und digitaler Formate und Aktivitäten zur Bürgerbeteiligung
  • Weiterentwicklung von analogen und digitalen Formaten/Aktivitäten zur Steigerung der Wirksamkeit und/oder Akzeptanz
  • Erarbeitung (Konzept) und Implementierung neuer analoger und digitaler Formate/Aktivitäten
  • Intelligente (smarte) Verzahnung von analogen und digitalen Formaten
  • Transformation von Bürgerideen (Bewertung, Priorisierung) in tragfähige und umsetzungsfähige Konzepte
  • Befähigung (Workshops, Trainings) der verantwortlichen Mitarbeiter/Abteilungen der Stadt, sich entsprechend agil und flexibel in ihrer Arbeitsweise auszurichten (z.B. abteilungs-/referats-übergreifende Zusammenarbeit und Wissenstransfer; Vermeidung von Schnittstellenproblemen in der Kommunikation mit dem Bürger; „Digital Fitness“)
  • Vermittlung von Expertenwissen als Keynote Speaker oder Panelist
  • Konzeption und Moderation von Bürgerbeteiligungsformaten wie: Interaktive Konferenz, Interactive Town Hall (Town Hall Forum), Open Space, World Café